Der 12‐jährige Julian hilft tatkräftig in der
Tafel Dormagen mit. (Foto Petra Jung)

Im Rahmen eines Sozialen Tages seiner Schule half Julian (12
Jahre) hochmotiviert in der Tafel mit und erfuhr, wie und welche Lebensmittel gerettet werden
und wie die Verteilung an Menschen, die wenig Geld haben, abläuft.

Die Freude war groß, als sich Julian (12 Jahre) im Rahmen eines Schulprojektes* bewarb, um
einen Tag in der Tafel Dormagen mitzuhelfen. Tafeln suchen dringend Nachwuchs. Julian erwies
sich hilfreich als Beifahrer im Transporter, der bei Märkten frühmorgens Lebensmittel
einsammelt. “Cooler Job. Aber die Leute, die fahren, bekommen kein Geld dafür.”, stellt er fest.
Als wir ihn nach den Lebensmittel fragen, die für die Tafel abgeholt wurden, sagt er: “Die Märkte
tun ganz schön viel weg. Da war Leckeres dabei und nicht so Schönes, weil es falsch gelagert
war.”
Julian half später in der Tafel, Brötchen und Brot portionsgerecht in Beutel für armutsbetroffene
Familien oder Einzelpersonen abzupacken und erlebte auch die sorgsame Sortierung von Obst
und Gemüse. Jeder Tafelkunde soll schließlich ansehnliches, leckeres Essen erhalten.
Sein Job an der Salat‐Ausgabe war ihm am liebsten: Damit Vitamine auf den Teller kommen,
erhalten Tafelkunden gegen einen kleinen Obolus neben Milchprodukten, Käse, Brot, Süßigkeiten
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oder Kartoffeln natürlich auch Obst und Gemüse. Julian bot den Kunden Salatköpfe, Eisbergsalat
und Radieschen an. Er hatte Spaß am Austausch mit den Kunden, die gerne sein freundliches
Lächeln erwiderten. “Die Tafel hilft jedem, egal, woher er kommt und wie er aussieht. Es ist gut
organisiert, es wird nicht gedrängelt oder geschuppst. Alle bekommen etwas ab. Es geht sehr
gerecht zu.”, sagt er. Er fand es traurig, dass es vielen Menschen nicht so gut geht und „sie so
wenig Geld verdienen“.
Und wie hast du das Betriebsklima in der Tafel erlebt? “Ich war glücklich und Stimmung war
fröhlich bei den Mitarbeitern. Die Kunden waren dankbar und sehr nett.”
Er kann sich vorstellen, später selber ehrenamtlicher Lebensmittelretter bei einer Tafel zu
werden, ab dem Alter von 14 Jahren ist das möglich. “Denn es ist schön bei der Tafel und jeder ist
nett. Es wäre nicht schlimm, wenn ich schwere Kisten schleppen muss oder mir die Hände
schmutzig mache. Das Verteilen von Essen an die Kunden hat mir am meisten Spaß gemacht, weil
die Kunden dann glücklich geschaut haben.”
Der Landesverband Tafel NRW e.V. sagt ‘Danke lieber Julian’. Schön, dass du bei uns warst und
uns mit deiner Hilfe und deiner Schilderung hilfst, eine schöne Geschichte aus der Tafelwelt NRW
zu erzählen. Die Tafeln brauchen ehrenamtliche Helfer ‐ gerne auch junge Leute. Lassen Sie sich
von Julian motivieren, in einem örtlichen Tafelverein in NRW stunden‐ oder tageweise
auszuhelfen.

Über den Landesverband „Tafel Nordrhein Westfalen e.V.“ und die Tafeln in NRW
Unter dem Motto „Lebensmittel retten. Menschen helfen. “ schlagen Tafeln die Brücke zwischen Mangel und
Überfluss. Sie unterstützen allein in NRW über 600.000 Menschen in Armut mit überschüssigen, aber qualitativ
einwandfreien Lebensmitteln, die ansonsten vernichtet würden. Tafeln bieten vielen einen unverzichtbaren
Beitrag, um sich und ihre Familien zu ernähren. Sie sind Lebensmittelretter Nr. 1 in Deutschland und die
einzigen mit einem 100%‐ig caritativen Auftrag.
Der ehrenamtlich tätige Landesverband „Tafel Nordrhein‐Westfalen e.V.“ (Sitz in Neuss, 2012 gegründet)
vertritt und unterstützt über 170 regionale Tafelvereine in NRW mit mehr als 500 Ausgabestellen. Jeweils vor
Ort erledigen ca. 12.000 ehrenamtliche Helfer:innen die Lebensmittelabholung, Lebensmittelausgabe,
Lagerung, Spendenakquise, Freiwilligen‐Management etc.
Der Landesverband übernimmt übergeordnet die Logistik von Lebensmittelgroßspenden und die Koordination
von 7 Verteilzentren in NRW zugunsten maximaler Lebensmittelrettung und gibt Tafeln in der Öffentlichkeit
ein Gesicht. Als gemeinnütziger Verein ist der Landesverband spendenfinanziert.

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